WAS ICH NICHT WILL!

TAGEbuch

Mir ist aufgefallen, dass es den meisten Menschen schwer fällt zu benennen, was sie eigentlich wollen. Viele Menschen wissen nur, was sie nicht wollen. Ein weiteres Problem ist die Aufschieberritis. Wir haben so viel um die Ohren: Arbeit, Beziehung, Kinder, Freunde. Die Aufzählung lässt sich nach Belieben erweitern. Jeder will eben ein Stück von unserem Kuchen abhaben. Meist haben wir so viele Verpflichtungen, dass für die wichtigste Person – wir selbst – eben nicht mehr genug übrig bleibt. Wir verschieben dann gerne auf später und die Zahlen belegen es. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Burn-out wird immer häufiger. Wir bleiben auf dem Weg irgendwann auf der Strecke. Liegen dann wie ein kaputtes Auto im Graben.

Typische Sätze, die ich mir selbst auch schon oft genug gesagt habe:

  • Wenn ich mit der Ausbildung durch bin und nicht mehr so viel lernen muss, dann habe ich mehr Zeit
  • Wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann schaue ich mir die Welt an
  • Wenn das Haus fertig ist, kann ich andere Dinge tun
  • Irgendwann wird es beruflich ruhiger und dann mache ich die Dinge, die ich unbedingt noch tun möchte
  • Wenn ich in Rente gehe, habe ich mehr Zeit

Und was, wenn ich es gar nicht bis zur Rente schaffe? Wenn ich mit fünfzig an einem Herzinfarkt draufgehe? Hab ich dann nur gelebt um zu arbeiten?

Was bringt mir ein Porsche, wenn ich siebzig bin und meine körperliche und geistige Verfassung mir nur noch erlaubt mit 30 km/h über die Landstraße zu fahren, wo eigentlich 100 km/h erlaubt wären? Habe ich dann noch wirklich Spaß damit? Brauche ich dann überhaupt noch einen Porsche? (Nur als Anmerkung: Ich will gar keinen Porsche!)

Nein, verarsch dich nicht selbst! Diese Zeit wir niemals kommen!

Wir dürfen nicht warten. Wir müssen jetzt aktiv werden. Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln und loslegen! Nicht warten, sondern die Dinge jetzt tun, solange wir noch etwas von unserem Leben haben.

Ich habe den vorletzten Sonntag und den Lauf der letzten Woche dafür genutzt, herauszufinden, was ich gerne machen möchte. Raus aus dem Alltagstrott. Weg von dem Dahinvegetieren. Endlich wieder neue Gründe suchen, zu leben. Aber, wie oben bereits festgestellt, es ist oft gar nicht einfach zu wissen, was man will.

Okay, also habe ich mich vor den Spiegel gestellt, mich ganz genau angesehen und mich gefragt, was ich nicht will.

Was will ich nicht?

Als erstes ist mir mein Bauch aufgefallen: mit den Jahren haben sich da jedes Jahr 5-8 kg schleichend auf meine Hüften verirrt, die da eigentlich nicht hingehören.

Das letzte Mal habe ich mich 2010 so richtig wohl in meinem Körper gefühlt. Dann ging es los.

2012 kam dann die Selbständigkeit und damit auch der Erfolg. Mit dem Erfolg fehlte – zumindest habe ich es mir so eingeredet und meine Prioritäten dementsprechend falsch gewichtet – dann plötzlich die Zeit. Ich wurde zum Workaholic.

Und diese Kilos, die sich eben schleichend auf die Hüften mogeln, merkt man anfänglich kaum.

1. Ich will nicht mehr mopsig sein!

Ich will auch nicht dürr werden, keine Sorge. Dürr passt zu mir auch nicht. Aber, wenn ich so weiter mache wie jetzt, dann weiß ich, es wird nicht lange dauern und die Diabetes klingelt an meiner Tür und gesellt sich zu mir. Und für die Rente brauche ich dann auch nicht vorzusorgen, da ich ohnehin mit spätestens fünfzig an einem Herzinfarkt krepiere.

Wenn ich meinen Lebensabend als Autor, mit einem Haus am Meer oder in einer Blockhütte an einem tollen Bergsee, in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Natur erleben möchte, dann muss ich etwas ändern. Ansonsten könnte das zwar mit dem Haus am Meer klappen, es würde mir aber nicht mehr viel bringen, da ich in einer Urne auf dem Kamin stehe und den Ausblick nicht mehr genießen kann.

2. Ich arbeite, um zu leben! Nicht: Ich lebe, um zu arbeiten (was ich bis hierhin aktuell betrieben habe).

Das habe ich die letzten Jahre falsch gemacht. Gut, es hat mich erfolgreich gemacht. Vielleicht war das sogar bis zu diesem Zeitpunkt richtig so. Vielleicht wäre ich sonst nie erfolgreich in meinem Beruf geworden, aber jetzt darf und will ich endlich leben.

Ich will mehr Zeit für mich. Und was will ich mit der Zeit anfangen? Wie werde ich sie nutzen?

Hey, meine Denkweise ändert sich bereits. Ich komme weg von dem Denken, was ich alles NICHT will und komme so langsam dahin, mir Gedanken darüber zu machen, was ich will. Sehr gut!

Allerdings ist es nicht einfach, sich solche Dinge aus den Fingern zu saugen. So öfters man sich aber dafür entscheidet, sich eben abends nicht vor den Fernseher zu setzen und seine wertvolle Zeit an Netflix und Co. zu vergeuden, desto mehr Dinge fallen einem ein.

Hierzu kann man das Internet übrigens super nutzen!

Das Internet ist gar nicht dafür gedacht, Fotos von seinem Essen bei Instagram hochzu- laden, oder irgendwelche Facebook-Spiele zu spielen. Man kann es auch dafür nutzen, Dinge zu finden, die einem gefallen. Und ich rede nicht von materiellem Scheiß, sondern von Dingen, die das eigene Leben wirklich besser machen.

Wollt ihr die Liste sehen, die bei mir herausgekommen ist? Vielleicht motiviert euch das ja zu einer eigenen Liste und wenn ich am Anfang nichts einfällt, nicht schlimm. Euch fällt schon noch was ein. Solange dürft ihr euch an meiner Bucket-Liste bedienen und die Dinge in eure übernehmen, die euch gefallen.

Meine persönliche Bucket-Liste findet ihr im nächsten Beitrag…

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