Mein persönliches Tagebuch | Lusttagebuch | BEN WILDER

13.02.2018

TAGEbuch

12:18 Uhr

Muss man so ein Tagebuch eigentlich immer mit einem, “Hallo liebes Tagebuch!”, anfangen? Die Frage, die ich mir als Erstes gestellt habe. Da ich es nicht getan habe, wisst ihr ja nun, zu welcher Antwort ich gekommen bin.

Yeah! Ich bin schon ein bisschen Stolz auf mich. Seit Freitag habe ich keine mehr geraucht. 5 Tage ohne Kippe. Ich gebe zu, ich hätte es mir schlimmer vorgestellt. Der einzige harte Tag war der Freitag. Da hatte ich schon öfters mal ein fieses Verlangen und ich habe auch das Teufelchen auf meiner Schulter gespürt, dass mir immer wieder zugeflüstert hat, “Hol dir doch einfach eine neue Schachtel. Es muss doch niemand erfahren!” Richtig, muss es nicht. Aber, ich bin stark, ich gebe dir nicht nach du verfickter kleiner Teufel. Ich habe mir keine Schachtel gekauft. Mich stattdessen mit der E-Shisha vergnügt. Dampfen. Lecker Zitronenkuchen-Aroma. Passte auch super zum Kaffee. Und heute kann ich mit Stolz sagen, die ersten 5 Tage hab ich hinter mir und ich habe kaum nach Verlangen nach einer Zigarette. Mal am Rande, wenn mal kurz nichts los ist und mich auch nichts ablenkt, was bei mir ja zum Glück selten ist. Kriege ich nach einer Woche auch eine Plakette wie bei den Anonymen Alkoholikern?

Arbeitstechnisch ist es heute ruhig. Eigentlich hatte ich um 11:00 Uhr einen Termin mit einem Bu… Polizisten. Der hatte mich schon beim ersten Termin versetzt. Da hatte ich ihn zuerst kurz dran und als ich mich vorgestellt hatte, hatte ich plötzlich seine Frau dran und die sagte mir, dass ihr Mann auf der Arbeit sei. Fragen wir besser nicht, wer der Mann war, den ich vor ihr am Hörer hatte. Vielleicht der Hausfreund? Daraufhin sagte sie, ich solle morgen wieder anrufen und im zweiten Satz, dass es zwar ginge, aber da auch die kleine Tochter Geburtstag hätte. Ich sagte daraufhin, dass der Termin doch dann auch wenig sinnvoll wäre und hatte einen für den letzten Donnerstag gemacht. Sie beendete das Telefonat mit, „Ich hoffe, dass er dann auch da ist!?“

Solche Termine mag ich ja. Da frage ich mich dann immer, warum Menschen Termine machen, wenn sie diese ohnehin nicht mit einer gewissen Ernsthaftigkeit angehen wollen. Dann doch lieber ein ehrliches: „Sorry, hab keine Lust. Suche mir selbst eine!“ Lustigerweise war er dann am Donnerstag aber doch da. Ich habe ihn gefragt, was ihm wichtig ist. Habe ihm dann gezeigt, welche Gesellschaften genau das bieten. Er hat dazwischen immer gegrunzt und gesagt, „Ja, habe ich verstanden!“, und, „Ja, bei der da rechts, dass sieht gut aus!“. Wir haben dann eine Dreiviertelstunde telefoniert und er meinte dann am Ende. „Also, sie meinen auch, dass ich nichts falsch machen kann, wenn ich die ganz links nehme?“ Was soll ich sagen. Am liebsten hätte ich mit dem Kopf auf die Tischplatte geschlagen. Egal, ob mit meinem oder mit seinem.

Die Leute sind so verpeilt. Sie wählen so oft billig. Ich sage nicht umsonst, “Wer billig kauft, kauft zwei Mal!“ Bei einer Krankenversicherung ist das allerdings gefährlich. Wenn man in 10 Jahren feststellt, dass man eine ernste Erkrankung hat und die Billigversicherung nicht zahlen will und sogar noch zu Recht, da die Ablehnung konform geht mit dem Kleingedruckten, dann ist das Gejammer wieder groß. Dann heulen die Leute wieder. „Die bösen Versicherungen. Da zahlt man immer teuer Beiträge und wenn sie dann mal zahlen sollen, dann drücken sie sich!“ Tja, ich kann dazu dann in solchen Fällen nur sagen, „Selbst schuld! Ich habe dir damals die Unterschiede erklärt, aber du wolltest nicht hören und hast nach dem Portemonnaie entschieden und nicht nach dem gesunden Menschenverstand. Hast gesagt, du bist gesund und dir reicht eine billige Krankenversicherung. Jetzt leb damit und blas am besten deinem Sparkassen-Menschen einen, damit er dir einen Kredit gibt und du deine Krankenhaus-Rechnung bezahlen kannst, bevor der Kuckuckskleber kommt.“

Gut, auf jeden Fall heute wäre unser zweiter Termin gewesen und er ist nicht ans Telefon gegangen. Eine Terminabsage kam auch nicht. Keine SMS. Keine Mail. Einfach nicht da. Stand wahrscheinlich am Wochenende wieder so ein Vertreter vor der Tür, der gesagt hat: „Guck mal, wir sind die Billigsten. Wir sind die Besten. Haben die stabilsten Beiträge und bei uns ist alles, aber auch wirklich alles versichert!“

Wir Menschen haben ein Problem, wir glauben zu oft und zu gerne den Betrügern, die uns einen vom Pferd erzählen, aber dem wir glauben wollen, weil dessen Produkte so schön billig sind. Aktenzeichen XY ungelöst ist voll mit Opfern. Wie sagte Albert Einstein so schön: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.” Auf jeden Fall hasse ich solche Leute, die einen Termin ausfallen lassen, ohne einem Bescheid zu sagen. Das zeigt die geringe Wertschätzung. Das sollten wir uns mal andersherum bei einem Polizisten trauen…

Jetzt habe ich hier gerade die Kapitelübersicht zum Mrs. Secretary Buch in der Hand. Einige Kapitel gibt es ja schon in meinem Kopf. Manche sind sogar schon geschrieben und in meinem Laptop. Ich grüble nur immer noch und überlege, wie es beim allersten Mal zum Sex zwischen Mrs. Secretary und Ben kommt. Frage mich, was der Trigger, der Auslöser ist? Wo passiert es?

Ich mag diese Gedanken, sie bringen mein Schoss zum pulsieren. Ich spüre das Kribbeln. Spüre bei den Gedanken an Mrs. Secretary Lusttropfen fließen. Kopfkino. Gier. Geilheit. Eine schöne Abwechslung bis zu meinem nächsten Termin um 13:00 Uhr.

 

13:45 Uhr 

Der 13:00 Uhr Termin war auch nicht da. Mutti ist ans Telefon gegangen. Mit russischem Akzent erklärte sie mir, dass der Sohnemann noch nicht da ist. Vielleicht wäre er ja in einer Stunde da. Sollte es einfach noch einmal ausprobieren, sagte sie, bevor sie auflegte. Wirklich, was stimmt mit den Menschen heutzutage nicht? Warum sind die Menschen einfach nicht mehr zuverlässig?

Ich muss an meinen Opa denken. Der sagt immer, “Mit der Jugend von heute, kannst du keinen Krieg mehr gewinnen!”, und was soll ich sagen: Er hat recht!

Wir reden hier nicht von einem rufen-Sie-Dienstag-Nachmittag-mal-irgendwann-an-Termin, sondern wirklich von zwei festen Terminen. Ich bin ja kein Nachtragender Mensch, aber bei solchen Leuten denke ich mir immer: “Wenn das Leben fair wäre, würde das deine Braut später mit dir am Altar auch so machen!”

Nur mit der Jugend, da lag mein Opa nicht so ganz richtig. Der Polizist ist bereits 42 und der Zweite – so ein Student im dualen Studium – ist 24. Beide eigentlich schon in einem Alter, wo man davon ausgehen sollte, dass sie in der Lage sind eine Uhr zu lesen, oder Bescheid zu geben, wenn sie merken, dass sie es zeitlich nicht schaffen.

Hätte ich das vorher gewusst, hätte die Zeit dazu gereicht eine schöne erotische Geschichte für euch zu schreiben.

 

14:19 Uhr 

Ich bin ja hartnäckig. Hab den jungen Mann gerade um 14 Uhr noch einmal probiert anzurufen. Mutti geht wieder mit ihrem gebrochenen Deutsch dran. Teilt mir mit, dass Junior nun auch da ist.

Mal kurz als Info zwischendurch: Kunde (m, 24), hatte jetzt 1 Jahr lang Ruhe. Hat sich zwischen dem Abi (2017) und dem Beginn des dualen Studiums (in 14 Tagen) zuhause die Eier geschaukelt. Vati verdient ja genug Geld und nach 13 Jahre Schule braucht man halt auch mal ein Sabbatjahr, in dem man einfach nichts tut, außer chillen, Playstation spielen und den Golf zu tunen.

Mutti schlürt also das Festnetz Telefon in den Garten. Ich höre ein Staubsaugergeräusch. Er saugt seinen Wagen aus. Er nimmt stotternd das Telefon und fängt an mir zu erklären, dass er voll im Stress und gleich mit den Freunden verabredet ist. Hat jetzt übelst viele Pläne und weiß gar nicht, wie er die alle unter einem Hut kriegen soll. Ich frage ihn, ob sich das Thema für ihn schon erledigt hat. Er antwortet, “Nein, ganz im Gegenteil. Ist voll wichtig! Schließlich muss ich ja in 14 Tagen versichert sein. Nur Termine, dass ist gerade wirklich schwer, wegen der Freunde. Und mein Auto, das ist mein Baby, dass muss sauber sein und deswegen muss ich jetzt auch weitersaugen. Ich kann sie ja mal anrufen, so zwischendurch, wenn meine Freunde gerade mal was essen oder so…”

Ich hab ihm gesagt, dass er das nun nicht mehr braucht und das ich mir für Leute die Termine nicht ernst nehmen, keine Zeit mehr freihalte. Hab ihm auch vernünftig erklärt, dass ich mit Terminen arbeite und nicht einen anderen Kunden versetze, nur weil er mal eben so zwischendurch anruft und meint mich zwischen zwei Runden Need 4 Speed mal so spontan anrufen kann. Passte ihm jetzt aber auch nicht so ganz. Hab die Antwort aber schon nicht mehr verstanden, weil er den Staubsauger schon wieder angestellt hatte und seinen Golf weiter gesaugt hat.

Die nehmen doch alle Drogen, oder?

Schauen wir mal, wie der Tag weitergeht…

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Ich glaub fest an dich, das es mit dem Nichtrauchen klappt

Manchmal kommt es einem vor, als wenn sie sich ein Bein rausreißen müssten, um einen Termin abzusagen, oder zu sagen das kein Interesse mehr besteht.
Wirklich traurig. Ich denke das wirst du öfter erleben.

Antworten

    Das ist lieb von dir und ja, ich glaube auch an mich. Es ist nur eine Frage des Willens und der Disziplin. Ich glaube fest daran, dass man wirklich alles schaffen kann, wenn man an sich glaubt und es auch wirklich, wirklich will!

    Und ja, dass mit solchen Terminen kenne ich. Momentan häuft es sich jedoch und mir fällt tatsächlich über die letzten Jahre auf, dass die Menschen immer dümmer werden. Traurig, aber wahr… Man sieht es nicht nur an den vielen #AfD-Wählern… Aber die Quote, die die #AfD erziehlt hat, ist schon ein guter Indikator dafür, wie viele Idioten draußen frei herumlaufen…

    Ich wünsche dir liebe Brina einen schönen Tag!

    Liebe Grüße,
    Ben

    Antworten

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