Mein persönliches Tagebuch | Lusttagebuch | BEN WILDER

20.02.2018 | Lasst die Leute jammern

TAGEbuch

Die meisten werden ja nun festgestellt haben, dass mein »Tagebuch« eben von ganz normalen Dingen handelt und nicht immer oder unbedingt von lustvollen Erlebnissen, wie die Beiträge der Kategorie »LustTagebuch«, in der ich über erotische Erlebnisse schreibe.

Heut ist ein schöner Tag. Endlich mal wieder Sonne. Viel Sonne. Leider trübt das aber auch ein bisschen die Arbeitsmotivation, denn ich wäre jetzt lieber draußen und hätte komplett frei, anstatt im Homeoffice zu sitzen und rauszuschauen. Ja, es zieht mich nach draußen und ich kann nicht. Aber trübt es wirklich meine Laune? Nein, eigentlich nicht. Ich bin ein ziemlich fröhlicher Mensch. Wirklich schlechte Laune habe ich selten und wenn, dann wird sie meist durch Dritte ausgelöst. Durch Menschen, die immer nur jammern und klagen.

Machen wir uns nichts vor, es gibt natürlich auch mal schlechte Tage. Tage, in denen einfach alles schiefläuft. Tage, an denen man mit dem falschen Bein aufgestanden ist. Das sind dann auch Tage, an denen sollte man am besten schnell wieder Feierabend machen, nach Hause fahren und sich ins Bett legen. Denn, Morgen ist ein neuer Tag!

Natürlich gibt es auch Menschen, denen wirklich schlimme Dinge zugestoßen sind. Auch hier, habe ich Verständnis, dass es einen zeitweise in die Knie zwingt und es dauert, bis man sich wieder hochgerafft hat und wieder kämpft.

Aber diese Menschen, die nur ein Lied kennen, das Klagelied, mit denen möchte ich einfach nichts zu tun haben. Ich meide sie wie der Vampir das Sonnenlicht. Ich will nicht, dass das auf mich abfärbt. Ich rede von den Menschen, die immer glauben, die ganze Welt würde sich nur um sie drehen. Die glauben das Universum hätte sich gegen sie verschworen und das Leben ist einfach schrecklich.

Meine Freunde im realen Leben wissen, dass ich eine verdammt schlechte Zeit in meinem Leben hatte. Im Vergleich zu vielen Menschen in Deutschland, weiß ich was Magenknurren heißt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Monat noch 14 Tage hat und im Kühlschrank nur noch eine Flasche Ketchup liegt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man weiß, dass der Penner auf der Parkbank in seinem Hut mehr Geld hat, wie man selbst im Portmonnaie. Und während man neben seinen “Freunden” sitzt, sich schämt und den eigenen Magen knurren hört, sich ein Freund aus der Clique bei mir beklagt, dass bei seinem all-inclusive-Urlaub in der Türkei nicht alle Cocktails im all-inclusive-Paket enthalten waren, sondern nur eine Auswahl von 10 Stück, und dass er sich den 3-wöchigen Urlaub auch hätte sparen können, wenn er das im Vorfeld gewusst hätte. Ja, genau die Art von Menschen meine ich.

Ich könnte jetzt locker noch 20 Minuten weiter von Menschen schreiben, die mich ankotzen…

Da wäre zum Beispiel noch der Bruder einer Freundin von mir. Zum Glück haben die beiden nicht viel gemeinsam, außer die gleichen Erzeuger. Er, seit diesem Monat 40 Jahre alt, hat seit 20 Jahren nicht gearbeitet. Maximal, wenn es hochkommt, mal 14 Tage, wenn das Jobcenter mit Sanktionen gedroht hat. Sobald er den ersten Abschlag bekommen hatte, hat er sich krankgemeldet und ist mit dem Geld nach Holland gefahren, weil dort das Gras so schön grün ist.

Ich habe ihn letztens in der Stadt getroffen. Wie in jeder größeren Stadt, sieht man auch in Bielefeld einige Ausländer, so nennt ihr sie, wenn jemand in der Nähe ist. Ansonsten fallen Wörter wie Schwarzfüße, Bimbos oder Dreckspack. Er erklärt stolz, dass er ja die #AfD gewählt hat und das es Zeit wird, dass man die Merkel absägt. Diese Schmarotzer kämen doch nur, um sich bei uns auf Steuerzahlerkosten durchzufressen.

Ja!, denke ich mir, sehe ihn dabei an, wann hast du das letzte Mal gearbeitet? Hast du überhaupt schon einmal Steuern gezahlt? Ich könnte auch was sagen, doof ist nur, dass das bei solchen Leuten keinen Sinn macht. Natürlich darf man deswegen auch nicht schweigen. Ich schweige nicht. Ich rede da, wo ich gehört werde. Wo mir jemand zuhört. Hier zum Beispiel. Bei ihm bringt es nichts. Wahrscheinlich würde es in einer Schlägerei enden. Beide hätten wir eine blutige Lippe. Aber, es würde nichts ändern. Er würde nichts ändern.

Natürlich sind die Ausländer auch schuld, dass er keine Arbeit bekommt, meint er. Könnte vielleicht aber auch daran liegen, dass er weder einen Schulabschluss hat, noch eine abgeschlossene Ausbildung, noch Lust zu arbeiten. Warum denn arbeiten, wenn das Amt einen doch finanziert?, so denkt er und so denken viele. Nicht falsch verstehen, jeder Mensch kann mal seinen Job verlieren. Jeder kann mal eine Zeit arbeitslos werden. Ich glaube einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern, dass es schwer ist einen Job zu finden. Ja, Chefs henken, dass sie ständigen fehlen wird, weil bei drei Kindern, ist ständig eins krank und dann muss Mutti zuhause bleiben und das Kind versorgen. Alles richtig!

Aber es gibt auch viele Hartz-IV-Empfänger, die einfach keine Lust haben zu arbeiten, denen 416,- € zum Leben reichen, und die lieber mit dem Arsch im Bett liegen bleiben und Playstation zocken, anstatt selbst malochen zu gehen. Komischerweise, sind es häufig genau diese Leute, die pro AfD sind. Ich denke nämlich, sie haben Angst, dass ihr Stück vom geschnorrten Kuchen etwas kleiner wird, wenn mehr Flüchtlinge hereingelassen werden. Sie sehen diese als Konkurrenz und deswegen springen sie auf die braunen Parolen, der braunen Parteien, an!

Menschen mit mehr Grips springen darauf seltener an. Sie wissen, dass der Anteil der Flüchtlinge auf unsere Bevölkerung gerechnet so gering ist, dass wir es finanziell nicht einmal merken. Es ändert sich einfach nichts. Ob nun einer mehr oder weniger kommt, ist total egal!

Was mich auch ankotzt ist die Presse, die mit ihren reißerischen Schlagzeilen die Angst schürt. Meines Erachtens hat letztes Jahr nicht Angela Merkel versagt, sondern die Presse. Warum nutzte die Presse ihre Macht stattdessen nicht lieber positiv und beruhigte die ängstlichen Menschen? Ach ja, weil sich reißerische Schlagzeilen – wie die der Bild einfach – besser verkaufen. Stimmt ja…

Wenn ich jetzt einen AfD-Wähler vergrault habe, dann hat sich dieser Tagebuch-Eintrag schon gelohnt, denn ganz ehrlich, ich will solch braunes Gesocks nicht unter meinen Lesern haben. Ich will nicht, dass sie meine erotischen Geschichten lesen, vielleicht dabei sogar noch Lust bekommen, ficken und sich vermehren wie die Karnickel fortpflanzen. #noAfD

Wir brauchen keinen Alexander Gauland, der sich über Jerome Boateng auslässt, weil er dunkelhäutig ist. Wir brauchen keinen Jens Maier, der gegen Noah Becker twittert und als Halbneger bezeichnet.

Jerome, ich hätte dich wirklich gern als Nachbarn! Und Noah, du kannst gerne mit bei uns einziehen. Wir machen einfach eine WG auf!

Es ist verdammt nochmal egal, welche Farbe unsere Haut hat!

Es ist egal, aus welchem Land wir stammen.

Es ist egal, welche Form unsere Augen haben.

Es ist egal, welchen Glauben wir glauben. Es ist sogar egal, ob wir einen Glauben haben oder nicht.

Es ist egal, ob wir hetero-, homo- oder bisexuell sind. Meinetwegen dürft ihr sogar tri- oder quatrosexuell sein.

Es ist egal, welche Sprache wir sprechen.

Es ist egal, ob ihr dick oder dünn seid.

Es ist egal, ob ihr groß oder klein sied.

Und es ist egal, ob ihr reich seid, oder arm.

Wir alle sind Menschen!

Vielleicht gibt es in unserer zukünftigen Welt gar keine Länder mehr. Vielleicht denken – wir früher oder später – einfach mal als eine Welt. Ein Volk. Eine Spezies: Spezies Mensch. Vielleicht kriegen wir es ja in der Zukunft hin, zusammenzuarbeiten und nicht gegeneinander. Ich möchte an eine Welt glauben, in der die Liebe regiert und der Hass ausgestorben ist. Zusammen ist immer besser als Gegeneinander.

Mir geht auf jeden Fall dieses ganze Gejammere, Gemeckere, und dieses Gehate auf den Sack. Mir gehen Menschen auf den Sack, die jammern, weil es schneit. Jammern, weil es regnet. Jammern, weil es zu kalt ist. Jammern, weil es zu warm ist. Jammern, weil die Sonne scheint und sie lieber draußen wären, als im Büro zu sitzen (Ja, Selbstironie kann ich auch!). Jammern, dass sie montags zur Arbeit müssen. Jammern, dass sie keine Arbeit haben. Jammern, dass sie Single sind. Jammern, dass ihr Partner nervt.

Mal ganz ehrlich, wir leben in einem der reichsten Länder Europas. Wir haben einen Sozialstaat. Eigentlich müsste bei uns niemand Hunger leiden. Wir haben genug zu trinken. Eigentlich hat jeder das Anrecht auf ein Dach über den Kopf. Wir dürfen frei entscheiden. Wir haben eine relativ geringe Arbeitslosenquote. Momentan sogar gefühlt mehr freie Stellen, als Bewerber. Viele sind halt nur so strunzdumm, dass sie niemand einstellen will. Wir dürfen uns aussuchen, was wir werden wollen. Wer wir sein wollen. Wir dürfen sagen, was wir denken. Probiert das doch mal in der Türkei!

Vielleicht habt ihr ja Glück und kommt nach einem Jahr wieder frei wie Deniz Yücel. Vielleicht lassen sie euch aber auch im Knast verhungern.

Dabei kommt mir eine Idee. Warum sponsern wir der AfD nicht einmal einen Flug in die Türkei. Ich meine, da die ja eh reden, ohne zu denken, vielleicht rutscht denen dann dort mal ein Spruch gegen Erdogan raus. Und vielleicht schlagen wir dann ja eventuell 2 Fliegen mit einer Klatsche?

Nein, nicht falsch verstehen. Erdogans Art der Politik gefällt mir auch nicht. Und ich freue mich, dass Deniz Yücel wieder auf freiem Fuß ist. Ich habe 1 Jahr lang jeden Artikel verfolgt und die Daumen gedrückt. Ich hätte mir hier klarere Worte von Angela Merkel und unserer Deutschen Regierung erhofft. Wahrscheinlich hätte es zwar auch nichts gebracht und Erdogan hätte uns ausgelacht. Ein Land, das Menschenrechte so mit Füßen tritt, hat in der EU nichts verloren. Aber, vielleicht sollten wir uns auch fragen, wie lange wir noch etwas in der EU verloren haben, wenn wir es zulassen, dass rechtspopulistische Parteien wie die AfD hier so viele Stimmen bekommt!? Also so wirklich menschenfreundlich kommt mir die AfD und ihre Vertreter nicht vor.

So, genug gejammert!

Ich bin auf jeden Fall glücklich! Ich freue mich, dass heute die Sonne scheint. Auch, wenn ich arbeiten muss. Ich stand heute in der Mittagspause auf dem Balkon, hab die Augen geschlossen, meinen Kopf zur Sonne gedreht und die warmen Strahlen auf meiner Haut genossen.

Ich freue mich, weil ich gestern Abend The Evil within 2 auf der Playstation 4 durchgespielt habe. Gut, ich habe 3 Monate gebraucht, weil ich eben viel arbeite und hin und wieder lieber eine erotische Geschichte für euch schreibe, anstatt zu zocken. Aber, ich freue mich! Ich fand die Story gut. Das Spiel spannend. Habe mich gut unterhalten gefühlt und ich bin auch stolz, dass ich es zu Ende gebracht habe.

Ich freue mich, dass ich mal wieder etwas Zeit gefunden habe zu schreiben. Diesen komischen Tagebuch-Eintrag hier. Ich bin gespannt, ob es jemand wirklich schafft, ihn bis zum bitteren Ende zu lesen. Schade, dass ich nicht mitbekomme, wie viele AfD-Wähler mir nach diesem Beitrag entfolgen und mich nicht mehr lesen. Wobei, ich glaube, dass ich gar nicht viele AfD-Anhänger unter meinen Followern habe, da ich glaube, dass die meisten davon ohnehin nicht in der Lage sind, längere Texte zu lesen und zu verstehen. Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen!

Sollen die Leute Jammern wie sie wollen, mir scheint die Sonne aus dem Arsch!

PS: Entschuldigt, eigentlich schreibe ich ja nicht über politische Dinge, aber meine Sichtweise zur AfD und zu diesen ganzen Jammerern musste ich einfach mal rauslassen. Das Glas ist halb leer, oder halb voll. Es kommt auf den Blickwinkel an. Ihr entscheidet, ob es ein guter Tag war (ist, oder wird), oder ein schlechter Tag (war, ist oder wird). Ändert doch einfach mal den Blickwinkel und betrachtet all die vielen kleinen schönen Dinge im Leben. Regt euch nicht über die paar schlechten Dinge auf! Und wenn euch wirklich irgendetwas stört oder belastet, dann regt euch nicht auf. Ändert es. Stellt es ab. Verbessert es. In der Regel, gibt es für jedes Problem eine Lösung. Die Frage ist nur: Seid ihr Lösungsorientiert, oder Problemorientiert? Also ich, ich bin Lösungsorientiert!

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11 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Danke für deine direkten Worte. Du hast den Nagel einfach auf den Kopf getroffen! Mehr lässt sich dazu nicht sagen 😉 Grüße

    Antworten
  • Gut gebrüllt „Löwe“

    Antworten
  • Toll geschrieben:)
    Wir werden auf dieser Welt nur länger existieren können wenn wir erkennen, dass wir nur GEMEINSAM etwas erreichen. Wenn Politiker nicht an Machterhalt sonder an das Volk denken das sie gewählt hat. Und wenn Egoismus einem ‘laissez faire’ weicht.
    LG

    Antworten
  • Roi Stardust
    21. Februar 2018 09:47

    Solche gibt’s bei uns im Dorf auch. Sitzen in der Früh um kurz nach 6 schon bei der Bäckerin im Laden beim Kaffee, leben von der Sozialhilfe (weil’s der Vater schon so gemacht hat) und beschwert sich, dass die “Ausländer” bessere Handys haben als einer selbst.
    Zumindest muss der jetzt als 1-Euro-Jobber beim Bauhof arbeiten.

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  • Wahre Worte, voll Zustimmung! Finde es klasse, dass du nicht nur über ein Thema schreibst

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  • lifeofdevotion68
    16. März 2018 19:01

    Schön mal den Menschen hinter den Geschichten mal etwas besser kennen zu lernen.
    Und noch schöner, festzustellen das wir verdammt ähnlich ticken *lächel.
    Ich glaub ich werde mich erstmal mehr deinem Tagebuch widmen und erst zweitrangig den Geschichten.
    Ich bin neugierig auf dich als Mensch geworden.
    Und ich habe festgestellt, der Kaffee ist gar nicht mehr so abwägig. Ich muss ja nur bei meinem nächsten Termin (der allerdings noch nicht feststeht) in Bad Oeyenhausen im Herzzentrum, auf dem Hin- oder Rückweg in Bielefeld aussteigen. Auch wenn mir hier jeder erzählt das es Bielefeld ja gar nicht gibt *grins.
    Wünsch dir einen schönen Abend mein Lieber.
    Liebe Grüße
    Jacky

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